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Interviews

Jeden Tag einen Gipfel! Interview mit Trailrunnerin Juliane Ilgert

Björn Jansen

Aug. 25, 2017

Schmerzen, Schweiß und Freiheit: Trailrunning ist ein Sport der Extreme!

Diesmal erzählt uns Outdoorfan Juliane Ilgert über ihre Vorbereitung auf Ultramarathons, wie es mit der Ernährung so aussieht und wie sie sich dabei Motiviert!

Enjoy! 👍🏼


Liebe Juliane, was ist Deine große Leidenschaft?

Outdoorabenteuer sind meine Leidenschaft.

Man entflieht dem Alltag, in dem Leidenschaft, Inspiration und manchmal die Lebensfreude verloren gehen, wenn Verpflichtungen, Routine und Stress überhand nehmen.

Kannst Du davon leben oder ist es mehr ein „teures Hobby“ für Dich?

Ich finanziere mir mein Hobby selbst bzw. versuche mir über Sponsoren zumindest das Equipment zu beschaffen.

Teuer ist das Hobby tatsächlich, aber man kauft sich immerhin Lebensqualität, da nimmt man gern Einschränkungen hin.
Zum Beispiel wohne ich aktuell gefühlt in einer Abstellkammer – aber dafür mitten in den Alpen.
Die Wohnqualität ist gering – dafür ist allerdings die Abenteuerquantität und die damit vebundene Lebensqualität sehr hoch. 😉

Was ist Dein größter sportlicher Erfolg? / Was waren Deine schönsten Momente als Athlet?

Die Besteigung des Mount Elbrus auf 5642m in Verbindung mit dem 60 km Elbrus World Race Ultramarathon, nur ein paar Tagen danach, waren wohl meine größten „Erfolge“ bzw. Erlebnisse.

Auch weil ich dabei zum ersten Mal an meine mentale Grenze gestoßen bin.
Erschöpfung, Müdigkeit und Schmerzen waren so groß wie nie zuvor!
Eine interessante Erfahrung, aus der ich viel gelernt habe. Vor allem, wie wichtig Teamgeist ist – denn ohne mein Team wäre ich nicht heil vom Elbrus runtergekommen.
Ich hätte mich sicher vor Erschöpfung zum Schlafen hingelegt und wäre erfroren.

Hast Du Dir schon neue sportliche Ziele gesetzt?
Wie bereitest Du Dich darauf vor?

2018 steht der Marathon des Sables an, ein Etappen-Ultramarathon durch die Sahara, da hab ich richtig Bock drauf.

Wie sieht Dein Training bzw. die Vorbereitung in der Regel aus?

Seit ich im Allgäu wohne, versuche ich jeden Tag einen Gipfel zu machen.

Zudem verfolge ich im Groben Trainingspläne aus irgendwelchen Büchern, aber meist halte ich mich doch nicht daran und kletter lieber. 😉 
Außerdem laufe ich gerne einfach unspezifisch in den Bergen herum, was sich aber offenbar auszahlt.

Welchen Part an Deiner Vorbereitung kannst Du dagegen nicht so leiden?

Ich verlasse ungern meine Komfortzone, weswegen ich Intervalleinheiten nicht so gut leiden kann.

Wie schaffst Du es, Dich immer wieder zu motivieren und bei einem Ultra Run nicht einfach aufzuhören, wenn eh schon alles schmerzt?

Durch die lange Vorbereitung!
Mental sowie körperlich, hat der jeweilige Ultramarathon viel an Sinnhaftigkeit gewonnen, Aufgeben ist da keine Option mehr.

Außerdem schließe ich mich oft anderen Mitläufern an, was meist sehr nett ist, sehr zusammenschweißt und man motiviert sich gegenseitig.

Auch das verdiente Bier im Ziel ist eine wichtige Motivation. 🍺

Wer ist Dein großes Vorbild?

Reinhold Messner ist meine große Inspiration für mich.

Wie sieht das mit Essen und Trinken währen eines Ultra Runs aus?

Beim Ultra ist die Ernährung der Dreh- und Angelpunkt!

Man finisht solche Rennen nur, wenn man isst, isst und isst!

Grundsätzlich ernähre ich mich recht gesund: viele Hülsenfrüchte, Fisch und Obst etc.
Beim Wettkampf heißt es allerdings: fressen!

Alles, was an den Verpflegungsstationen angeboten wird, schiebe ich mir in den Mund: Kuchen, Nüsse, Wurst, Käse, Suppe, Melone, Schnittchen - jede Kalorie zählt 😃

Was hast Du beim Sport immer dabei?

Musik!
Ohne Metal mach ich keinen Lauf.

Beim Straßenmarathon wird’s so nicht langweilig und beim Ultramarathon (wenn man mal 24 h unterwegs ist), kann man die Musik mal richtig genießen.

Drei Tipps, welche Du einem Lauf-Einsteiger (mit großen Träumen und Zielen wie den Deinen) mit auf den Weg geben würdest?

Bloß nicht auf andere hören!

Als ich vor meinem ersten Marathon schon für meinen ersten 100 km Lauf angemeldet war, habe ich viel Kritik ertragen müssen.
Aber ganz ehrlich? Weghören!

Wenn ihr Bock auf Extremes habt – lest euch ein, trainiert dafür und zieht’s einfach durch!
Die, die euch abhalten wollen, sind später die Neider, die selbst gern mal so mutig wären.


Verfolge Juliane auf ihren nächsten Run und lass Dich anstecken! 
Sei dabei auf Instagram (@juliane.ilgert) und Facebook (@juliane.ilgert) ⛰🏃🏼‍♀️🏜

 

Vielen Dank liebe Juliane für das tolle Interview! 

Fotocredit:
©Pavel Potapov, (@insta_pasha) 2017
All rights reserved.

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